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| Die Vier Hexen | ||
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Die Vier Hexen, 1497 Stichel, 192 x 135 mm Monogramm unten in der Mitte. Oben, auf der von der Decke hängenden Kugel sind das Jahr 1497 und die Buchstaben O.G.H. eingraviert Sammlung Remondini, Inventar-Nr. LI 1359. 5495 Bassano, Städtisches Museum | ||
Die Gravierung, bekannt auch unter dem Titel Vier nackte Frauen, ist Gegenstand zahlreicher
Deutungen von seiten der Kunstkritik. Ausgeführt von Dürer im Jahr 1497, gehört sie zu den
ersten Druckgrafiken, in denen weibliche Akte erscheinen. Dürer stellt die Gruppe der vier
Frauen im Innern eines Zimmers dar, aus dem sich zwei Seitentüren öffnen: von dem dunklen
Hintergrund heben sich die hellen Körper der drei Figuren im Vordergrund ab. Der Hauptgruppe
stellt sich ein vierter Akt entgegen, der von den anderen Figuren verdeckt und beschattet wird.
Die Oberkörper der beiden seitlichen Frauen wurde aus einer Zeichnung aus dem Jahre 1496
übernommen, die eine Badeszene darstellt und die man heute in der Kunsthalle Hamburg
aufbewahrt. Deutlich ist auch die Beziehung zu dem klassischen Schema der Drei Grazien, das
Dürer aus italienischen Quellen bekannt war. Kurz nach der Rückkehr von seiner ersten Reise
nach Italien zeigt der Künstler ein besonderes Interesse für die Darstellung der menschlichen
Figur nach einem genauen Kanon der Proportionen, die er später in den Radierungen der ersten
Jahre im 16. Jahrhundert und in den Traktaten über Kunsttheorie vertieft. Panofsky betrachtet die Art der Handlung als obskur, die sich im Innern des Zimmers abspielt, wie auch die Bedeutung der drei Buchstaben, die in der an der Decke hängenden Kugel erscheinen, einem Objekt der unterschiedlichsten Deutungen. Das Vorhandensein des Schädels und des Unterschenkelknochens auf dem Fußboden jedoch und das in Flammen stehende Ungeheuer, das sich in der linken Tür zeigt (die Hölle), lassen an eine sündige und unerlaubte Handlung denken, woraus eine moralische Mahnung hervorgeht. Somit widersetzen sich der Enthüllung der weiblichen Reize die höllischen Flammen. Die Deutung, die die Gruppe der Frauen mit vier Hexen gleichsetzt, hat die zentrale Kugel mit der mandragora officinalis erklärt, einer Pflanze mit halluzinierender Wirkung und dem Symbol der Geheimwissenschaften. Die jüngste Kritik deutet die Szene als Darstellung des Urteil des Paris, mit der das Thema der Drei Grazien eng verbunden ist. Nach dieser Lesart trägt Juno, Jupiters Frau, die Haube der verheirateten Frauen; Minerva, die Beschützerin der Künste, ist geschmückt mit dem Lorbeerkranz der Dichter, während Venus, die Göttin der Schönheit, ihren Körper zur Schau stellt. Die vierte Frau würde die Göttin der Zwietracht darstellen. Somit würde Dürer den klassischen Mythos im Licht der christlichen Moral darstellen, den Zuschauer ermahnend an das Unheil, das die Zwietracht mit sich bringt: die Sünde und folglich die Hölle und den Tod, an den der Schädel auf dem Fußboden erinnert P.G.
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