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| Ritter, Tod und Teufel | ||
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Ritter, Tod und Teufel, 1513 Stichel, 245 x 190 mm Monogramm unten links mit Datum 1513 mit vorangeschriebenem S (alus). Sammlung Remondini. Nr. 1357.5480 Bassano. Städtisches Museum | ||
Zusammen mit Sankt Hieronimus und mit Melencolia wird das Blatt Ritter, Tod und Teufel wird
für eine der besten Proben der Gravierkunst Dürers gehalten. Gemäß Panofsky und Lippmann
bilden die drei Stiche "eine geistige Einheit, da sie drei Lebensarten symbolisieren, die der
scholastischen Unterteilung der Tugend in Moral, Theologie und Weisheit entsprechen"
(Panofsky, 1967, S. 197). Wölfflin (1947, S. 215) ist jedoch der Meinung, daß dieser Stich ein
selbständiges Werk sei, in dem Dürer vor allem einen reitenden Mann darstellen wollte. "Die
begleitenden Figuren" - der Tod und der Tenfel - wurden miteinbezogen, um "die Figur in ein
Bild des Ausdrucks" zu verwandeln. Es ist der Verdienst von Hermann Grimm, daß er als erster
die Bedeutung des Stiches in Verbindung gebracht hat mit Enchiridion Militis Christianis von
Erasmus von Rotterdam, geschrieben 1501 und veröffentlicht im Jahre 1504. Der Stich stellt also
den christlichen Ritter dar, der bewaffnet mit dem durch den Hund personifizierten Glauben sich
auf das Ziel bewegt (die befestigte Stadt, vielleicht das himmlische Jerusalem), ohne sich um die
List des Todes und des Teufels zu kümmern. Die Szene erinnert uns auch an das, was der
Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser schrieb (6,11 - 20), indem er die Gläubigen
anspornte, sich die "vollständige Waffenrüstung Gottes" anzulegen, um den Machenschaften
des Teufels standhalten zu können. Erasmus deutet diese Auslegungen im Geist des
Humanismus und treibt die Idee eines standhaften christlichen Glaubens voran, vor der sich die
Versuchungen zu unwirklichen "Vogelscheuchen und Gespenstern" verwandeln. Es sieht wirklich so aus, als wäre Dürer von diesen Schriften ergriffen gewesen: der Ritter bewegt sich unerschütterlich vorwärts, ohne sich um die Feinde zu kümmern. Aus der finsteren Felsenlandschaft im Hintergrund tauchen die Figuren des Todes und des Teufels auf. Der Tod als Skelett und mit einer Königskrone auf dem Kopf zeigt dem Ritter eine Sanduhr - Symbol der Vergänglichkeit des Lebens, während der abgemagerte Klepper sich zu dem Schädel auf dem Boden hingezogen fühlt. Der Teufel mit seiner Pike hinter dem Ritter stellt eine Anhäufung von traditionellen ikonographischen Motiven dar: er hat Hörner und Klauen eines Ziegenbocks, lange spitze Ohren und das Maul eines Wildschweins. Diese abscheulichen Figuren überragt der Ritter in seiner ruhenden Monumentalität, der den gesamten Vordergrund in seiner herrlichen Rüstung und mit dem typisch deutschen Klapphelm, dem Schwert und der Lanze beherrscht. Durch die Licht-wirkung werden die Werte des Raumes und der Körperhaftigkeit betont und verstärken die Schrecklichkeit der Darstellung. Von Vasari gibt es die Anmerkung, daß man in diesem Stich "das Glänzen der Waffen und des Fells eines schwarzen Pferdes sieht". Der Stich ist der Höhepunkt des Studiums Dürers über die Proportionen und den Bewegungsablauf des Pferdes. Man kann diese Entwicklung gut verfolgen anhand der aquarellierten Zeichnung Der Lanzenreiter (1498) in der Albertina in Wien und der späteren Gravierungen Sankt Eustachius (1501) und dem Kleinen Pferd und dem Großen Pferd (beide 1505) bis hin zu den beiden Entwürfen für Ritter, Tod und Teufel, welche in der Mailänder Ambrosiana Bibliothek aufbewahrt werden. In der Komposition sind viele Einflüße erkennbar. Dürer kannte s~cherlich die Studien zu dem Reiterdenkmal für Francesco Sforza, und ohne Zweifel muß man hinzufügen seine unmittelbare Kenntnis des Gattamelata von Donatello und des Bartolomeo Colleoni von Verrocchio und der berühmten Pferde auf dem Sankt-Markus-Platz, die ihm seit seiner ersten Reise nach Italien bekannt waren P.G.
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