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Prof. Volker Dietrich : Was ist Lava ?

Laven, die in flüssigem Zustand bei Temperaturen zwischen 700 und 1250 °C aus grossen Erdtiefen an die Oberfläche gelangen, sind Gemische aus Silikatschmelzen und Kristallen. Während der Abkühlung der Laven auf den Vulkanen kristallisieren die Mineralien nach physikalisch-chemischen Gesetzen und bilden zusammen mit rasch erstarrtem Glas ein vulkanisches Gestein.
Dennoch verkörpern die Laven nicht das Ursprünglichste der Erde, sondern stellen eine Wiedergeburt der Materie dar. Seit der Kondensation der chemischen Elemente aus dem Weltall vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren zu einem festen, gesteinsartigen Erdmantel, wird durch den radioaktiven Zerfall einiger Elemente kontinuierlich Wärme produziert. In Zonen hoher Wärmekonzentrationen beginnt unterTemperaturen zwischen 1250 bis 1500 °C eine langsame Teilaufschmelzung silikatischen Erdmantelmaterials bestehend aus den Mineralien Olivin, Pyroxen und Spinell. Diese neu gebildeten Schmelzen werden als Magmen bezeichnet. Da sie leichter sind als die umgebenden Mantelgesteine, können sie zur Erdoberfläche aufsteigen, wo sie sich dann als Laven ergiessen.
Meist haben die im Erdmantel gebildeten Magmen eine basaltische Zusammensetzung, das heisst, aus ihnen entstehen durch Kristallisation von Olivin, Plagioklas, Pyroxen und Eisen-Titan-Oxiden basaltische Gesteine.
In den mittelozeanischen Rücken, welche die grossen Ozeane in Tiefen von 2000 bis 4000 Metern über Tausende Kilometer durchziehen, tritt seit der Entstehung der Erdkruste kontinuierlich und für den Menschen nicht bemerkbar basaltische Lava hervor. Durch diesen Prozess werden Kontinente verschoben und neue Ozeane entstehen. Somit bedeckt Basalt als das häufigste vulkanische Gestein zwei Drittel der gesamten Erdoberfläche.
Aber auch aus allen vulkanischen Inseln, als mächtige Vulkane aus den Tiefen der Meere empor steigend, fliesst basaltische Lava; so beispielsweise in Hawaii, Santorin und Stromboli. Im Gegensatz zur kontinuierlichen Magmaproduktion innerhalb der mittelozeanischen Rücken ist die Lebensdauer der grossen Einzelvulkane kurz und meistens auf einige hunderttausend bis eine Million Jahre beschränkt.
Die Variabilität der basaltischen Laven, besonders ihre Viskosität (Flüssigkeit) und Ausflusstemperatur sind von der chemischen Zusammensetzung des Magmas und den darin gelösten gasförmigen Stoffen, wie Wasser, Wasserstoff, Kohlenoxyden und Schwefelwasserstoff abhängig. Höhere Anteile von Natrium und Kalium sowie tiefere Gehalte von Silizium und Aluminium setzen die Viskosität der basaltischen Lava herab und ermöglichen einen raschen Ausfluss ohne grössere Explosionen. Dies trifft vor allem für die basaltischen Laven auf Hawaii, dern Stromboli, dem Ätna und dem Vesuv zu.
Katastrophale vulkanische Explosionen kommen meist durch ein Zusammentreffen von Wasser und Magma innerhalb oder unterhalb der Vulkane zustande. Vor allem kann ein an Silizium reicheres, nicht basaltisches und zähflüssigeres Magma den Austritt des Wassers und der Gase über längere Zeiten verhindern. Unberechenbar kommt es schliess lich zu alles vernichtenden Vulkanausbrüchen.

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Macrophotographie de lave, vue en coupe
Makrophotographie der Lava, Querschnitt
Macrophotography of lava, croo-section view

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